Apple und Qualcomm legen Rechtsstreit bei

Apple und Qualcomm haben sich darauf geeinigt, alle laufenden gegenseitigen Klagen zu zurückzuziehen und damit ein Ende gesetzt:

“Qualcomm and Apple today announced an agreement to dismiss all litigation between the two companies worldwide. The settlement includes a payment from Apple to Qualcomm. The companies also have reached a six-year license agreement, effective as of April 1, 2019, including a two-year option to extend, and a multiyear chipset supply agreement.”

Als Teil des Vergleichs wird Apple eine Zahlung an Qualcomm über einen nicht genannten Betrag leisten. Die Unternehmen haben eine weltweite Patentlizenzvereinbarung von sechs Jahren abgeschlossen, die um weitere zwei Jahre verlängert werden kann. Sie haben auch zugestimmt, dass Qualcomm mehrere Jahre lang Teile an Apple liefert, was wahrscheinlich bedeutet, dass Qualcomm Modems wieder im iPhone zum Einsatz kommen werden.

Apple und Qualcomm hatten sich seit zwei Jahren wegen der Patentlizenzierungspraktiken von Qualcomm gestritten. Apple machte geltend, Qualcomm habe unverhältnismäßig hohe Gebühren für wesentliche Patente erhoben und seine Position als marktbeherrschender Anbieter von Smartphone-Modems genutzt, um exorbitante Preise zu fordern. Für Qualcomm stand viel auf dem Spiel, darunter Patentlizenzen, die den Großteil der Unternehmensgewinne ausmachen.

Die erste Klage wurde im Januar 2017 erhoben, die letzte gerade mal in dieser Woche. Qualcomm wurde von Zulassungsbehörden auf der ganzen Welt wegen Zulassungspraktiken und monopolistischem Verhalten verklagt. Das Unternehmen wurde von der FTC wegen dieser Praktiken mit einer Geldstrafe von Hunderten von Millionen Dollar belegt, was zunächst darauf hindeutete, dass Apple die Oberhand haben gewinnen könnte.

In den letzten Monaten konnte Qualcomm jedoch Druck auf Apple ausüben. Es gelang, iPhone-Verbote in Deutschland und China wegen Patentverletzungen zu gewinnen. Mehr Gewinne für Qualcomm hätten am Ende den Preis für Apple Produkte erhöhen können, was das Unternehmen möglicherweise eher dazu veranlasst hätte, sich mit Qualcomm zu einigen.

Möglicherweise wollten die beiden Unternehmen auch verhindern, dass Unternehmensgeheimnisse vor Gericht öffentlich verbreitet werden. Führungskräfte beider Firmen bereiteten sich darauf vor, auszusagen, und beide Seiten behaupteten bereits einige dramatische Details. Qualcomm sagte, Apple habe diesen legalen Showdown jahrelang geplant und beschuldigte Apple in einer separaten Klage, seine Technologie gestohlen zu haben.

Die Vereinbarung ermöglicht, dass die beiden Unternehmen in den nächsten sechs oder mehr Jahren wie gewohnt fortführen können. Bei den neuesten iPhones setzte Apple nun ausschließlich auf Intel-Modems, da mit Qualcomm keine Vereinbarung getroffen werden konnte. Das deutet darauf hin, dass Qualcomm-Komponenten in iPhones zurückkehren. Für gewöhnlich teilt Apple die Modembestellungen zwischen den beiden Unternehmen auf.

Die Modems von Qualcomm sind in Sachen Geschwindigkeit konsequent Intel überlegen. Apple hat diese Leistungsverbesserungen zwar nicht ausgenutzt, könnte aber an etwas anderem interessiert sein, das Qualcomm bietet: 5G-Modems. Qualcomm hat bereits einige auf dem Markt, während sich Intel in der Entwicklung befindet.

Die Rechtsstreitigkeiten von Apple und Qualcomm hatten das Potenzial, die Preisgestaltung um Modems als kritische Zeit auf dem Mobilfunkmarkt umzugestalten, als 5G gerade Gestalt annimmt. Wenn Apple gewonnen hätte, hätte es sich niedrigere Preise sichern können und es den Wettbewerbern für Qualcomm möglicherweise leichter gemacht, eigene Alternativen zu bauen. Wenn Apple verloren hatte, konnte sich Qualcomm in der Zukunft möglicherweise noch höhere Gebühren sichern, wodurch sich der Modem-Markt im Zuge eines Generationswechsels weiter etablierte.

Für beide Seiten waren die Einsätze möglicherweise zu hoch.

Microsoft Patch Day: KB4493472, KB4493446 und weitere Updates legen viele Systeme lahm

Die am vergangenen Patchday veröffentlichten kumulativen Windows-Security-Updates KB4493472 (für Windows 7 SP 1 und Windows Server 2008 R2 Service Pack 1) und KB4493446 (Monthly Rollup; Windows 8.1, Windows Server 2012 R2) verursachen auf zahlreichen Systemen schwerwiegende Probleme.

Gegenüber heise online berichteten Leser, dass nach dem Rollout von KB4493472 keine Netzwerkverbindung und Domänenanmeldung mehr möglich gewesen sei.

Microsoft behebt etwa 70 Sicherheitslücken in Windows 10

Der Internet Explorer, der Adobe Flash Player und Windows selbst erhalten mit dem aktuellen Patch fast ausschließlich Sicherheitsverbesserungen. Knapp 70 Lücken werden geschlossen, einige davon wurden bereits ausgenutzt. Auch Microsofts Hololens erfährt ein Update.

Cookie-Banner: Jeder zweite Internetnutzer fühlt sich gestört

Aufpoppende Hinweise informieren über die Verwendung von Cookies auf Webseiten. Das stört die Mehrheit der Internetnutzer, sagt eine Umfrage der Bitkom.

Von Oliver Bünte - heise.de

Rund 55 Prozent der Internetnutzer stören sich an Cookie-Bannern, die auf Webseiten auf den Umgang mit Cookies hinweisen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Demnach können 44 Prozent der Befragten nicht verstehen, warum die Hinweise zur Verwendung von Cookies eingeblendet werden müssen. 

Susanne Dehmel, Mitglied der Geschäftsleitung der Bitkom befürchtet, dass sich die Lage noch verschlechtern könnte und verweist auf die von der EU geplante ePrivacy-Verordnung (EPVO). Die Verordnung sieht vor, dass Cookies auf kommerziellen Internetauftritten abgelehnt werden können, ohne dass die Nutzbarkeit der Webseite dadurch maßgeblich beeinträchtigt wird. Dadurch könnten die Hinweise künftig noch deutlich umfangreicher und damit störender ausfallen, als es bisher der Fall ist – sofern die Privacy-Einstellungen nicht sowieso in den Browser ausgelagert werden

Der Umfrage zufolge beachten 39 Prozent der Internetnutzer die Cookie-Banner ohnehin nicht. 18 Prozent wollen sie noch nie wahrgenommen haben. Für etwas mehr als ein Drittel, etwa 39 Prozent der Internetnutzer, seien die Cookie-Hinweise dagegen ein wichtiges Instrument, um sich darüber zu informieren, wie Cookies auf einer Webseite eingesetzt werden.

Keine Macht den Cookies

"Cookies können einen Mehrwert sowohl für Internetnutzer als auch für Webseitenbetreiber haben", sagt Dehmel. Sie weist darauf hin, dass Cookies nicht nur für den Betreiber wichtig zur Webseitenanalyse sind, sondern auch dem Nutzer Vorteile bringen können, etwa beim Speichern von Warenkorb-Informationen oder Spracheinstellungen. 

Der überwiegende Teil der Internetnutzer sieht das aber den Umfrageergebnissen zufolge nicht so: Rund 54 Prozent löschen Cookies in ihren Browser-Einstellungen, sicherlich auch, um damit etwaigem Werbe-Tracking zu entgehen.

Für die repräsentative Umfrage hat Bitkom Research 1009 Internetnutzer befragt.(olb